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„Fair“ ist das neue „bio“ – Trendstudie zum Fairen Handel

Den Fairen Handel umgibt ein neues Image. Von der Weltladen Nische in den Supermarkt. Vom Spendenimage zum Verkaufsargument. Von der Kommunikationsabteilung zum Kern des Geschäftsmodells.

Westfalenhallen GmbH/Foto: Anja CordFA!R2012

Westfalenhallen GmbH/Foto: Anja CordFA!R2012

Wie Fair Trade in Zukunft zum elementaren Bestandteil des geschäftlichen Handelns wird und welche Perspektiven dies für Verbraucher und Unternehmen mit sich bringt, beleuchtet eine neue Trendstudie.

Fair wird eine ähnliche Entwicklung erleben wie Bio – so lautet ein Fazit der neuen Trendstudie des Zukunftsinstituts Frankfurt, die im Vorfeld der Messe FAIR TRADE & FRIENDS von der Westfalenhallen Dortmund GmbH beauftragt wurde.

Für die Untersuchung zum Fairen Handel wurden themenrelevante Studien und Publikationen ausgewertet und in Zusammenarbeit mit YouGov Deutschland eine Umfrage unter 1.018 Personen im Alter ab 16 Jahren durchgeführt.

Fair Business statt Fair Trade

Die Studie verdeutlicht: Der Faire Handel ist raus aus der Mitleidsecke und auf dem Weg zum Vorzeigestandard. „Fair“ wird sich in Zukunft als übergreifendes Thema auf alle Produkt- und Dienstleistungsbereiche erstrecken. Es entwickelt sich ein neuer Unternehmenstypus, in dem soziales und ökologisches Engagement Kern des Geschäftsmodells ist. Nach den Prinzipien „People, Planet, Profit“. Nachhaltigkeit und Fairness als bloße Mittel der Unternehmens-PR sind passé.

Transparenz und Authentizität

Für die Verbraucher zählen in Zukunft Transparenz und Authentizität. Wo Unternehmen diese Transparenz nicht schaffen, erledigen die gut vernetzten Konsumenten dies selbst. In sozialen Netzwerken und Foren findet ein reger Austausch statt, ganz nach den Prinzipien des bereits 1999 erschienenen „Cluetrain Manifests“: „Märkte sind Gespräche“.

Dieses Bedürfnis nach Transparenz umfasst alle Bereiche der Wertschöpfungskette. Herkunft, Nachhaltigkeit, Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards und ein fairer Umgang mit Lieferanten, Wettbewerbern und Kunden.

Information wichtiger als Preis

Die Studie zeigt auch, dass Transparenz und Information stärker gewichtet werden, als der Preis. Die Konsumenten möchten den Herstellern und ihren Produkten vertrauen. Marketing-Märchen werden durch echte Geschichten abgelöst. Klassisches Branding und Markenscheinwelten sind weniger überzeugend, als die Beziehungsqualität zwischen Hersteller, Produkt und Verbraucher.

Fazit

Die Studie zeichnet ein umfassendes Bild der Verbraucherwahrnehmung des Fairen Handels  und der sich abzeichnenden Trends. Die Studie geht darüber hinaus auch auf die Bedeutung der unterschiedlichen Siegel und Zertifizierungen ein, misst Preisbereitschaften, Bekanntheitsgrade und Kaufabsichten, sowie fördernde und hindernde Faktoren. Die Studie  gibt eine aktuelle unabhängige Bestandsaufnahme der Verbrauchersicht des Fairen Handels in Deutschland. Die Studie wurde von der Westfalenhallen Dortmund GmbH den Betreibern der Messe FAIR TRADE & FRIENDS beauftragt und Zusammenarbeit mit dem Zukunftsinstitut Frankfurt erstellt.

Die Kernaussagen der Studie in Stichpunkten

  1. Verbreitung: Fair Trade wird die gleiche Entwicklung erleben wie Bio. Das Fair-Prinzip weitet sich auf alle Produktkategorien und Dienstleistungen aus.
  2. Fair Business statt Fair Trade: Fair wird zum Management-Prinzip und zur Business-Strategie.
  3. People, Planet, Profit: Wachstum wird künftig aus einer neuen Mischung von Ökonomie, Ökologie und gesellschaftlichem Engagement generiert.
  4. Echte Geschichten statt Märchen: Storytelling rund um Fair-Trade-Produkte und -Marken kann zur Steigerung der wahrgenommenen Qualität beitragen. Eine Aufpreisbereitschaft der Kunden für eine authentische Produkt­kommunikation und für Qualität ist vorhanden.
  5. Zertifizierungen geben Vertrauen: Zertifizierungssysteme sind der wichtigste Katalysator, um Transparenz im Han­del zu erzeugen. Die Konsumenten müssen allerdings noch besser über die unterschiedlichen Siegel aufgeklärt werden.
  6. Concious Consumer statt LOHA: Der Conscious Consumer setzt seine „Verbraucher-Macht“ strategisch ein, um mit seiner Kaufentscheidung und seinem Handeln globale Konzerne zum Um­denken zu bewegen. Der hedonistische Konsumstil mit Distinktionsfunktion der LOHAs wird zum sozialbewussten, werteorientierten Mainstream.
  7. Potenzialbranchen: Consumer Electronics, Textilien und Pharma sind laut Angaben der Befragten die Branchen, in denen sich Verbraucher mehr nachhaltigkeitsorientierte und sozialverträgliche Angebote wünschen.

Zur Studie

Zur Messe  FAIR TRADE & FRIENDS

Zum Zukunftsinstitut Frankfurt

By |2019-01-27T18:33:20+00:00Juli 10th, 2013|3P - people, planet, profit, Allgemein, Fair Trade, Marketing, Nachhaltigkeit|Kommentare deaktiviert für „Fair“ ist das neue „bio“ – Trendstudie zum Fairen Handel

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